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Wirtschaftsministerium fördert Aufbau einer Produktionsanlage für grünen Wasserstoff des Gaskonzerns Linde in Leuna

Investition in Zukunftstechnologien

Der Gaskonzern Linde errichtet in Leuna für rund 60 Millionen Euro die weltgrößte Produktionsanlage zur Erzeugung und Verflüssigung von grünem Wasserstoff im Chemiepark Leuna (Saalekreis). Ab Mitte 2022 will der Konzern bis zu 3.200 Tonnen Wasserstoff mit zertifiziertem Ökostrom herstellen, später soll der benötigte Strom aus erneuerbaren Energiequellen der Region bezogen werden. Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt unterstützt den Aufbau der zwei Elektrolyseure sowie die Errichtung des Wasserstoffverflüssigers mit 15 Millionen Euro aus der Investitionsförderung, der so genannten Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Die Großinvestition von Linde in Leuna ist ein wichtiger Meilenstein, um Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren zu einer international führenden Wasserstoff-Modellregion zu entwickeln“, betonte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Mittwoch. „Grüner Wasserstoff ist unter anderem für Fahrzeughersteller und energieintensive Industrien in Zeiten des Klimawandels und der Energiewende hoch interessant. Für Sachsen-Anhalt besteht damit im Hinblick auf weitere Unternehmensansiedlungen sowie die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette erhebliches Potenzial. Deshalb unterstützt das Wirtschaftsministerium gezielt Unternehmensinvestitionen und Forschungsvorhaben in diesem Zukunftsfeld.“

„Wasserstoff kann einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und ist in vielen Sektoren einsetzbar“, erläuterte Andreas Dietrich, Leiter On-Site Account Management bei Linde. „Leuna eignet sich mit seiner exzellenten Infrastruktur an Wasserstoffpipelines und Gasspeichern hervorragend für den Aufbau einer Elektrolyse-Anlage im industriellen Maßstab. Zudem versorgen wir seit vielen Jahrzehnten – eingebunden in eines der größten Industriecluster in Deutschland – unsere dort ansässigen Kunden sowie das umliegende Netzwerk mit Industriegasen.“ Dietrich zufolge soll die neue Anlage zum 1. Juli 2022 den Testbetrieb aufnehmen, der kontinuierliche Betrieb könnte ab Oktober 2022 aufgenommen werden.

An der Erzeugung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse (Zerlegung von Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff) im industriellen Maßstab forschen auch die Wissenschaftler des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna (Saalekreis) und des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS (Halle). Ihre Forschungsvorhaben, darunter die Elektrolysetest- und -versuchsplattform ELP, unterstützt das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt mit mehr als acht Millionen Euro. Die ELP wird über Labore, Büros und ein Technikum verfügen. Sie wird künftig genutzt, um den Betrieb verschiedener Elektrolyseanlagen im Industriemaßstab zu erproben und zu bewerten.

Braunkohlerevier Sachsen-Anhalts könnte von Wasserstoff-Boom profitieren

„Sachsen-Anhalt verfügt über eine hervorragende Ausgangslage, um nicht nur eine führende Rolle im Bereich der Wasserstofftechnologien einzunehmen, sondern auch den Strukturwandel im Süden Sachsen-Anhalts erfolgreich zu gestalten“, so Willingmann. „Wenn wir konsequent auf Zukunftstechnologien wie Wasserstoff setzen, könnten wir den Verlust an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung durch den Ausstieg aus der Kohle im Süden des Landes mehr als kompensieren.“
Deshalb unterstütze das Wirtschaftsministerium auch den Aufbau des neuen Fraunhofer-Instituts für Wasserstoff- und Kohlenstoff-Prozesstechnik (IWKP).

Insbesondere in den vergangenen vier Jahren habe sich Sachsen-Anhalt bereits zu einem attraktiven Standort für nationale und internationale Investoren entwickelt. „Ansiedlungen wie die Batteriefabrik von Farasis in Bitterfeld-Wolfen oder die Bioraffinerie von UPM in Leuna zeigen Beispielhaft auf, dass sich Sachsen-Anhalt verstärkt zu einem Land der Zukunftstechnologien entwickelt, in dem hochwertige Arbeitsplätze entstehen“, betonte Willingmann. „Wir werden deshalb auch in den kommenden Jahren gezielt in Wirtschaft und Wissenschaft investieren, damit sich diese erfreuliche Entwicklung fortsetzt.“

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