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Willingmann: „Corona-Forschung schafft Wissen, rettet Leben und sichert Existenzen“

Minister und Unimedizin Magdeburg geben Einblick in aktuelle Projekte

Wie verbreitet ist das Corona-Virus im Großraum Magdeburg tatsächlich? Wie verläuft die Pandemie? Und wie wirksam sind Maßnahmen zur Eindämmung? Diesen Fragen gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Magdeburg derzeit in der Studie „SeMaCo“ (Serologische Untersuchungen bei Blutspendern des Großraumes Magdeburg auf Antikörper gegen SARS-CoV-2) nach. Das Forscherteam um Prof. Dr. Achim Kaasch (Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene) und Prof. Dr. Hans-Gert Heuft (Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit der Blutbank) wird dabei mit 240.000 Euro durch das Wissenschaftsministerium unterstützt.

Gemeinsam mit Minister Prof. Dr. Armin Willingmann gab die Magdeburger Unimedizin heute einen Einblick in aktuelle Corona-Forschungsprojekte. Der Minister sagte: „Der Umgang mit der Pandemie ist eine enorme Herausforderung für das Gesundheitssystem, für die Wirtschaft und unsere Gesellschaft insgesamt. Um angemessene und richtige Entscheidungen zu treffen, werden verlässliche Informationen benötigt – in der Medizin ebenso wie in der Politik. Deshalb forschen auch die Expertinnen und Experten der Magdeburger Unimedizin mit Hochdruck zum Corona-Virus. Hier wird Wissen geschaffen, das Leben rettet, Existenzen sichert und unsere Gesellschaft auch in der Pandemie zusammenhält.“

Der Dekan an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Hermann Josef-Rothkötter, unterstrich: „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen mit ihren Forschungsprojekten über die neuartige Infektionskrankheit COVID-19 maßgeblich dazu bei, Gesundheitseinrichtungen, Gesellschaft und auch Politik bei der Bewältigung der Corona-Krise zu unterstützen.“

In der „SeMaCo“-Studie wird untersucht, ob sich im Blut von zunächst 2.000 Blutspendern aus dem Großraum Magdeburg Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen – ein Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. Die Untersuchung ist für 21 Monate angelegt. In dieser Zeit werden die Studienteilnehmer auch nach ihren Kontakten im beruflichen und familiären Bereich und zu Ihrer Impfbereitschaft gegen SARS-CoV-2 befragt. Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung unter der Leitung von Prof. Christian Apfelbacher umgesetzt.

Informationen über den weitgehend unerforschten SARS-CoV-2-Virus sammeln die Magdeburger Forscher auch in weiteren, großangelegten Studien (PDF-Datei). Ein Vorhaben untersucht etwa die Immunreaktion bei einer Corona-Infektion; die Erkenntnisse könnten entscheidend zur Entwicklung eines Impfstoffes beitragen. In weiteren Projekten wird erforscht, welchen Einfluss bestimmte Erkrankungen, Impfungen oder Medikamente auf das Risiko einer COVID-19-Infektion haben, wie sich die Symptome im Zuge einer Infektion entwickeln sowie welche Auswirkungen die Corona-Pandemie u.a. für die Risikogruppe älterer Menschen, Pflegepersonal und pflegende Angehörige hat. Zudem ist in Magdeburg das deutschlandweit einmalige „AKTIN-Register“ entwickelt worden, durch welches das Robert Koch-Institut seit März täglich wichtige Echtzeit-Daten zur Lage in deutschen Notaufnahmen während der COVID-19-Pandemie erhält.

Die Unimedizin Magdeburg beteiligt sich darüber hinaus am „Nationalen Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin im Kampf gegen COVID-19“. Das Netzwerk erforscht, wie Corona-Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgt werden können. Koordiniert wird das Forschungsnetzwerk von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dazu sagte der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Magdeburg, Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze: „Wir freuen uns, am Aufbau des Nationalen COVID-19-Forschungsnetzwerks mitzuarbeiten. Mit dieser Pandemie stehen wir national und international vor einer enormen Herausforderung, die viele Länder noch lange beschäftigen wird. Denn obwohl wir seit Ausbruch der Pandemie einige wertvolle Erkenntnisse gewonnen haben, sind sowohl das Virus als auch die Langzeitfolgen für Erkrankte noch weitestgehend unerforscht. Gemeinsam mit unseren Forschungspartnern müssen wir in den nächsten Monaten die gewonnene Expertise auswerten, bündeln und allen Akteuren zur Verfügung stellen, um an der Bewältigung der Pandemie effektiv und schnell mitzuwirken.“

Kontakt für die Medien:
Friederike Süssig-Jeschor, Pressesprecherin der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Telefon: 0391 67 27123; Mail: friederike.suessig-jeschor(at)med.ovgu.de.

Kontakt für Journalisten

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt
Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Internet
Hasselbachstr. 4
39104 Magdeburg

Tel.: +49 391 567-4316
Fax: +49 391 567-4443
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