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Bruttoinlandsprodukt in Sachsen-Anhalt coronabedingt gesunken

Willingmann rechnet mit zügiger Erholung der Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt, umfassendster Ausdruck für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung einer Region, ging in Sachsen-Anhalt 2020 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 3,9 % zurück. Damit fiel der Rückgang für das gesamte Jahr 2020 nicht so hoch wie für das 1. Halbjahr aus, für das eine Reduzierung um 5,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum ermittelt wurde.

Im Bundesdurchschnitt verringerte sich 2020 das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 4,9 % und im Durchschnitt der neuen Bundesländer (ohne Berlin) um 4,0 %. Alle Bundesländer mussten 2020 negative Veränderungsraten ausweisen, die Span-ne reichte von -3,2 % bis -7,0 %.Im Rahmen einer Videopressekonferenz wies der Präsident des Statistischen Landesamtes, Michael Reichelt, daraufhin, dass die „Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung zwischen den Bundesländern die Ursache neben der regional unterschiedlichen Betroffenheit der Wirtschaft durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem im Frühjahr und Ende 2020 auch in den verschiedenen Wirtschaftsstrukturen der Länder haben“.

Wirtschaft in Sachsen-Anhalt weniger stark eingebrochen

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann erklärte: „Die pandemiebedingten Maßnahmen belasten zahlreiche Unternehmen auch bei uns schwer. Dennoch ist die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt aufgrund der Corona-Pandemie weniger stark eingebrochen als in anderen Bundesländern. Während einige Branchen wie die Tourismuswirtschaft, das Gastgewerbe oder der Dienstleistungssektor stark unter der Krise gelitten haben, gab es in anderen Bereichen sogar Zuwächse. Die seit März 2020 ausgereichten, umfangreichen Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern haben entscheidend dazu beigetragen, eine große Insolvenzwelle und Entlassungen in Größenordnungen zu verhindern - und damit auch einen noch stärkeren BIP-Rückgang. Für 2021 kommt es darauf an, beim Impfen mehr Fahrt aufzunehmen und mit einer klugen Teststrategie alsbald Öffnungen und normaleres Leben möglich zu machen. Zudem müssen wir seitens des Landes weiter konsequent in Wirtschaft und Wissenschaft investieren, damit wir in Sachsen-Anhalt möglichst schnell wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Nach der Krise rechne ich mit deutlicher und zügiger Erholung der Wirtschaft, mit Nachholeffekten durch Konsum wie Investitionen. Gerade für die Wirtschaft gilt es, dies weiter zu flankieren.“

Die Auswirkungen in Sachsen-Anhalt trafen vor allem das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Während im Dienstleistungsbereich Sachsen-Anhalt mit einem preisbereinigten Rückgang von 4,3 % die gleiche Entwicklung wie Deutschland verzeichnete, fiel die Reduzierung im Produzierenden Gewerbe mit 4,4 % deutlich geringer aus als in Deutschland (-7,5 %). Ursache hierfür war das zum Produzierenden Gewerbe gehörende Verarbeitende Gewerbe, welches zwar preisbereinigt deutlich um 7,0 % sank, aber dennoch über der Entwicklung des Bundes (-10,5 %) lag.

Innerhalb des Dienstleistungsbereiches war der Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation mit einer Reduzierung um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr (Deutschland: -4,9 %) besonders betroffen. Aber auch die Bruttowertschöpfung im Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie Öffentliche und sonstigen Dienstleister, Erziehung und Gesundheit, Private Haushalte reduzierten sich mit -3,7 % bzw. -4,1 % merklich, wenn auch etwas geringer als im jeweiligen Bundesdurchschnitt (-3,8 % bzw. -4,4 %).

Weniger spürbar waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Baugewerbe mit -0,9 % sowie auf die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, welche mit einer preisbereinigten Veränderungsrate von +4,8 % einen deutlichen Zuwachs verzeichnen konnte.

Die nominale Bruttowertschöpfung erreichte 2020 einen Wert von 56,7 Mrd. EUR. Zuzüglich 6 Mrd. EUR Gütersteuern abzüglich Subventionen ergab sich daraus ein Bruttoinlandsprodukt von 62,7 Mrd. EUR für Sachsen-Anhalt, was einem Rückgang von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Deutschland verzeichnete eine Reduzierung um 3,4 %, die neuen Bundesländer (ohne Berlin) um 2,1 %. Der Anteil Sachsen-Anhalts an der Gesamtwirtschaft Deutschlands stieg 2020 leicht auf 1,9 %.Das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen je Erwerbstätigen, die so genannte Wirtschaftsleistung, betrug 2020 in Sachsen-Anhalt 63,2 Tsd. EUR. Sie nahm gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % ab (Deutschland -2,3 %). Im Vergleich zum Durchschnitt des Bundes (74,4 Tsd. EUR) erreichte sie 85 %. Der Abstand zum Bund verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, die sogenannte Arbeitsproduktivität, reduzierte sich 2020 gegenüber dem Vorjahr in Sachsen-Anhalt um 2,5 % und in Deutschland um 3,9 %.

Die vorliegenden Berechnungsergebnisse resultieren aus der Gemeinschaftsarbeit aller Statistischen Landesämter im Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder", dem auch das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt angehört. Die Berechnungsergebnisse des Jahres 2020 haben vorläufigen Charakter. Sie wurden auf Grundlage kurzfristig verfügbarer Wirtschaftsdaten des Jahres 2020 erstellt. Aufgrund der außergewöhnlichen wirtschaftlichen Situation in Verbindung mit der zur 1. Fortschreibung noch eingeschränkten länderspezifischen Datenverfügbarkeit für das gesamte Berechnungsjahr können die Ergebnisse in diesem Jahr mit größeren Unsicherheiten als üblich behaftet sein.

Details zu den Ergebnissen für das Bruttoinlandsprodukt und die Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen für Sachsen-Anhalt finden Sie auf der Seite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt. 

(© Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2021  Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet.)

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