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Breitbandausbau: Sachsen-Anhalt hat höchste Zuwachsrate aller ostdeutschen Flächenländer

Wirtschaftsministerium startet neues Digital-Portal

Der Breitbandausbau in Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen Jahren stark beschleunigt. Laut aktuellem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügten Mitte 2020 rund 82,9 Prozent aller Haushalte in Sachsen-Anhalt über Internetanschlüsse mit Downloadgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Mitte 2016 konnte nicht einmal jeder zweite Haushalt (43,9%) im Land Highspeed-Internet nutzen. Im Ländervergleich weist Sachsen-Anhalt damit die höchste Zuwachsrate aller ostdeutschen Flächenländer auf. Durch den Anschluss von 450.000 Haushalten innerhalb von nur vier Jahren konnte das Land Rückstände beim Ausbau aufholen und bereits Ende 2019 die „rote Laterne“ abgeben. Da zahlreiche geförderte und eigenwirtschaftliche Ausbauprojekte derzeit auf der Zielgeraden sind, dürfte die Breitbandverfügbarkeit bis Ende 2020 nochmals steigen.

„Ich freue mich sehr, dass wir beim Breitbandausbau trotz bekanntlich begrenzter Tiefbaukapazitäten, anspruchsvoller Förderverfahren des Bundes und bereits mehrmonatiger Corona-Pandemie auch 2020 zügig vorangekommen sind.“, erklärte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Freitag. „Allerdings dürfen wir jetzt nicht nachlassen. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, den Glasfaserausbau voranzutreiben, um flächendeckend den Datenaustausch in Gigabitgeschwindigkeit zu ermöglichen.“ Hierbei sei allerdings insbesondere auch der Bund in der Pflicht. „Für den Ersatz von Kuper- durch Glasfasernetze bis 2025 benötigen wir eine 90-prozentige Regelförderung sowie bürokratiearme, schnelle Förderverfahren“, betonte Willingmann am Freitag. Bislang stelle der Bund jedoch nur eine 70-Prozentige Förderung in Aussicht. „Hier muss nachgelegt werden, andernfalls gerät der Ausbau gerade in finanziell schwächer aufgestellten Ländern wie Sachsen-Anhalt ins Stocken.“

Aktuell verfügen 12 Prozent der Haushalte in Sachsen-Anhalt über Anschlüsse mit Downloadgeschwindigkeiten von 1.000 Megabit pro Sekunde. Willingmann ist allerdings optimistisch, dass bereits bis Ende 2021 ein deutlicher Zuwachs erreicht werden kann: „Neben dem Glasfaser-Ausbau haben mehrere Telekommunikationsunternehmen angekündigt, Haushalte mit Kabelanschlüssen aufzurüsten, so dass der Anteil der Gigabit-Anschlüsse bis Ende kommenden Jahres auf mehr als 30 Prozent steigen könnte.“ Allein Vodafone beabsichtigt nach eigenen Angaben, bis Ende 2021 rund 250.000 Haushalte im Land aufzurüsten. Aktuell schlagen sich diese Vorhaben jedoch noch nicht in den Statistiken des Breitbandatlasses nieder.  

Neues Digital-Portal zur Digitalisierung in Sachsen-Anhalt

Der aktuelle Stand zum Breitbandausbau ist auch ein Schwerpunkt im neuen Digitalportal des Wirtschaftsministeriums, das am heutigen Freitag offiziell gestartet wurde. Auf dem so genannten „Onepager“, der alle Inhalte auf einer Webseite bündelt, sind unter www.digital.sachsen-anhalt.de unter anderem umfassende Informationen zur „Digitalen Agenda“ des Landes und zur Umsetzung der darin definierten Maßnahmen sowie zu aktuellen Förderangeboten zu finden.

Hintergrund zum Breitbandausbau
Zur Ergänzung der Investitionen privater Netzbetreiber stehen in Sachsen-Anhalt zwischen 2015 und Ende 2022 rund 400 Millionen Euro zur Verfügung. Durch Kombination der Fördertöpfe von EU, Bund und Land beträgt der kommunale Eigenanteil höchstens 10 Prozent. Finanzschwache Kommunen können sogar 100 Prozent Förderung erhalten. Privathaushalte werden mit Download-Geschwindigkeiten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde angeschlossen – Unternehmen in Gewerbegebieten erhalten symmetrische 100 Mbit pro Sekunde (Up- und Download).

Die Landesregierung hatte darüber hinaus Mitte Mai 2019 die vom Wirtschaftsministerium erarbeitete Gigabit-Strategie des Landes beschlossen. Danach sollen allen Unternehmen und Haushalten bis 2025 ultraschnelle Glasfaseranschlüsse mit Downloadgeschwindigkeiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung stehen – Voraussetzung dafür sind eine erhöhte Bundesförderung, die Beschleunigung der Förderverfahren sowie eine hohe Akzeptanz der Glasfaseranschlüsse in der Bevölkerung.

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